Dienstag, 29. Mai 2007
Mein Haushalt (dank meiner Hausmeri Jockabeth) und meine Telekommunikation funktionieren; mein Job ist mir einigermassen klar; ich weiss, wo ich die meisten Sachen kaufen kann und ich habe so ziemlich alle Varianten von Hochs und Tiefs der Gefuehlswelt durchlebt. Ich bin aus der ersten Euphorie raus, sehe vermutlich die Welt hier inzwischen recht realistisch. Zeit fuer einen kleinen Rueckblick und ein bissl Besinnung (hat aber nix mit Pfingsten zu tun, ist ganz und gar unreligioes gemeint).
Lektion Nummer eins: Man nimmt sich selber immer mit!
Das ist zwar nix Neues, und im Kopf wusste ich das auch schon vorher, aber es zu erleben ist dann doch nochmal etwas anderes. Zum Beispiel in der Arbeit: obwohl ich in einem Land mit einer sogenannten manjana-Kultur bin (schreibt man das so?) habe ich es geschafft, unheimlich viel Arbeit zu haben und staendig sehr beschaeftigt zu sein. Zu Hause nannte ich das Stress. Aber immerhin kann ich mich hier doch ein bissl besser zuruecknehmen, und so wirds nicht ganz so arg. Heute zum Beispiel hab ich beschlossen, nicht ins Buero zu gehen, weil ich einfach mal Ruhe brauchte und allein sein wollte. Das haette ich in Oesterreich nur gemacht, wenn ich einen Kater haette.
Das ist zwar nix Neues, und im Kopf wusste ich das auch schon vorher, aber es zu erleben ist dann doch nochmal etwas anderes. Zum Beispiel in der Arbeit: obwohl ich in einem Land mit einer sogenannten manjana-Kultur bin (schreibt man das so?) habe ich es geschafft, unheimlich viel Arbeit zu haben und staendig sehr beschaeftigt zu sein. Zu Hause nannte ich das Stress. Aber immerhin kann ich mich hier doch ein bissl besser zuruecknehmen, und so wirds nicht ganz so arg. Heute zum Beispiel hab ich beschlossen, nicht ins Buero zu gehen, weil ich einfach mal Ruhe brauchte und allein sein wollte. Das haette ich in Oesterreich nur gemacht, wenn ich einen Kater haette.
Was ich zu hause nicht gut konnte, kann ich hier auch nicht gut. Nein sagen, zum Beispiel.
In den letzten Wochen hatte ich dadurch und weil ich eben in der Hauptstadt wohne so viel Besuch von KollegInnen, dass ich jetzt richtig froh bin, wieder allein zu sein. Zuerst kam der Alex aus Bougainville, weil er sich beim Schweissen das Auge verletzt hatte und ins Krankenhaus zur Behandlung musste. Ich habe zum ersten Mal gesehen, wie mit einer Nadel in einem Auge herumgestochert wird. War ein ziemlich mulmiges Gefuehl. Aber die Behandlung war erfolgreich. Hier ein gemuetlicher Abend bei mir zu hause mit Alex (der Langhaarige im Vordergund), Didi und Flora (die kennt ihr schon vom Segeln) und meiner Nachbarin Kylie (Neuseeland).
Dann war die Eva aus Lae da, wegen einem Workshop. Lae ist so ziemlich das Letzte, was man einer alleinstehenden Frau in diesem Land wuenscht: hohe Kriminalitaet, extreme Feuchtigkeit (Kleidung und Schuhe schimmeln im Schrank), taeglich Regen, kein Auto, keine Sportmoeglichkeiten; ein Projektplatz in der Dioezese, staendig umzingelt von Bischoefen, Pfarrern, Moenchen und Nonnen, und zum Wohnen nur ein Zimmer zwischen den Schwestern, direkt auf dem Gelaende der Dioezese. Man kann sich ihren Zustand nach drei Monaten dort vielleicht vorstellen. Sie brauchte viel Ansprache.
Zwei Tage lang war auch mein Boss da. Hans ist wohl der pflegeleichteste Gast, den man sich wuenschen kann. Aufmerksam, zurueckhaltend und humorvoll. Der kann jederzeit wieder kommen!
Dann kam Mario nach dem Begraebnis seiner Mutter aus Deutschland zurueck. Emotional eher ein anstrengender Besuch.
Na und so hab ich seit drei Wochen eher ein Guesthouse als eine Wohnung. Und jetzt bin ich einfach geschlaucht. Besuch ist schoen. Aber die Dosis macht das Gift.
Natuerlich hat auch der Veraenderungsprozess bei mir bereits eingesetzt. Manche Dinge nur schleichend, andere etwas schneller. Ich entdecke ein paar neue Zuege an mir. Ein gewisser Hang zum philosophieren macht sich bemerkbar. Manche meiner Emails verwundern mich selber. Da findet sich eine Menge an nachdenklichen Betrachtungen ueber die Welt, das Leben, mich, und vieles mehr.
Der manchmal aufkeimenden Einsamkeit kann ich hier viel schwerer entkommen als zu hause. Aber seit kurzem habe ich die Wunderwaffe gegen den Blues entdeckt: Skype heisst das Zauberwort. Mit ganz wenig finanziellem Aufwand kann ich jetzt hemmungslos mit allen telefonieren, die grade online sind. Und das hilft wirklich ganz toll. Es ersetzt zwar keine Umarmung, aber es kommt dem schon sehr nahe.
Falls also jemand mich virtuell umarmen moechte, bitte schoen. Es is a Hetz und kost’ net viel.
Und was tut sich sonst so?
Der manchmal aufkeimenden Einsamkeit kann ich hier viel schwerer entkommen als zu hause. Aber seit kurzem habe ich die Wunderwaffe gegen den Blues entdeckt: Skype heisst das Zauberwort. Mit ganz wenig finanziellem Aufwand kann ich jetzt hemmungslos mit allen telefonieren, die grade online sind. Und das hilft wirklich ganz toll. Es ersetzt zwar keine Umarmung, aber es kommt dem schon sehr nahe.
Falls also jemand mich virtuell umarmen moechte, bitte schoen. Es is a Hetz und kost’ net viel.
Und was tut sich sonst so?
Also die Wahlen ruecken naeher. Und damit steigt auch die Nervositaet. Denn es wird mit Unruhen gerechnet. Es geht dabei eigentlich weniger um politische Ziele und den Aufeinaderprall von gegensaetzlichen Ideologien, sondern es ist vielmehr die Folge einer Unvertraeglichkeit: Big Man Kultur und Demokratie.
Das hier weitverbreitete Big Man System bedeutet, dass derjenige das groesste Ansehen hat, der am meisten fuer die Gemeinschaft tut. Frueher hat das bedeutet, Schweine zu verschenken, Essen zu verteilen, irgendwelche Gueter des taeglichen Bedarfs an seine Leute zu verteilen, aber auch Recht zu sprechen und Streitigkeiten zu schlichten. Was der Big Man entschieden hat, das galt. (Im Bild der Gartner vom Parlament.)
Abonnieren
Posts (Atom)
