Urspruenglich wollte ich meinen Urlaub ja in Australien verbringen. Aber leider ist das Immigration Office in eine Art Dornroeschenschlaf gefallen und seit einem halben Jahr werden kaum noch Visa und Work Permits ausgestellt. Nun liegt mein Reisepass also bei meinem Chef in Mount Hagen und ich kann nicht ausreisen, weil die Verlaengerung meines Arbeitsvisums einfach nicht erledigt wird. Oder genauer gesagt, ich koennte zwar ausreisen, aber moeglicherweise nicht mehr einreisen. Nun ja, so habe ich eben beschlossen, den Urlaub gleich in Bougainville zu verbringen, wo ich ohnehin dienstlich hinreisen musste. Das war natuerlich insofern eine praktische Angelegenheit, weil dort gleich vier Kollegen von mir arbeiten. Einer davon scheidet zwar als Gastgeber grundsatzlich aus (manche werden sich vielleicht noch an einen gewissen Mario erinnern), aber die anderen drei haben sich sehr lieb um mich gekuemmert.
Zu Bougainville muss ich ein wenig ausholen: die autonome Region Bougainville gehoert zwar zum Staatsgebiet von Papua Neuguinea, hat aber seit der Beendigung des zehn Jahre andauernden Buergerkriegs einen Sonderstatus. Zehn Jahre nach Beendigung der Kaempfe ist immer noch eine gute Portion Spannung vorhanden. Die Infrastruktur auf der Insel ist fast voellig zerstoert. Fuer Touristen kein einfaches Terrain, aber da ich ja meine Leute dort habe (Carsten in Arawa und Alex in Koromira) war alles kein Problem. Fuer die desolaten Strassen, kein Telefon, keine öffentliche Stromversorgung, kaum Waren in den Geschaeften, kaum Uebernachtungsmoeglichkeiten, usw. entschaedigt allerdings eine Naturschoenheit, die wie das Best-of von ganz PNG anmutet.Wer sich, wie ich empfehle, noch ein wenig genauer mit Bougainville auseinandersetzen will, besonders in Bezug auf die politische Geschichte, kann zum Beispiel hier anfangen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Bougainville
Sonntag, 30. September 2007

Im zweiten Weltkrieg waren hier die Japaner sehr umtriebig, daher gibts auch immer wieder mal Wracks von abgeschossenen Fliegern zu bewundern.
Wie ihr ja aus meinem letzten Bericht vor dem Urlaub wisst, begann dieser mit einer Abflugverschiebung von Samstag Nachmittag auf Sonntag frueh um 4:30. Das heisst ich war um 3 Uhr frueh am Flughafen, um mich eine Stunde lang beim Check-in anzustellen. Fast so wie wenn man in einen dieser billigen Urlaubscharter nach Griechenland oder Spanien einsteigt, die einen auch zu voellig unchristlichen Zeiten durch die Gegend jagen. Aber welche Strapazen nimmt der brave Werktaetige denn nicht gerne auf sich, um sich zu erholen?
Schoen und gut, ich wurde in Buka (das ist die kleine vorgelagerte Insel, auf der sich der Flughafen befindet, da der eigentliche Flughafen von Bougainville, Aropa, seit der Krise geschlossen ist) von Andi, meinem Kollegen abgeholt und fuersorglich bis Montag betreut. Dann hat er mich noch ueber die Passage zur Hauptinsel begleitet und in den PMV (public motor vehicle, das kann ein kleiner 10-sitziger Bus oder ein Lastwagen oder irgendwas dazwischen sein) gesetzt,
der mich dann ueber vier stunden lang auf desolatesten Strassen und durch mehrere kleine Fluesse hindurch nach Arawa (ehemaliger Zentralregierungssitz) brachte. Im Bild das ehemalige Regierungsviertel, inzwischen vom Dschungel zurueckerobert.
In Arawa arbeitet mein Kollege Carsten im Catholic Education Office als Finanzmanagement-Berater und Trainer. Bei ihm durfte ich vier Tage lang wohnen und habe die Zeit hauptsaechlich mit Schlafen in meiner Haengematte im Garten, Lesen und Spazierengehen verbracht. Ja und manchmal, wenn ich Gluck hatte, gabs auch Eis zu kaufen, was hier ein besonders beliebter Genuss ist.
Obwohl die meisten Gebaeude in Arawa immer noch aussehen, als waere die Krise gerade erst zu Ende gegangen, ist es hier, im Gegensatz zu Port Moresby, kein Problem, alleine auf der Strasse herumzuspazieren. Ich bin aber schon so daran gewoehnt, dass ich nur das allernoetigste auf der Strasse zu Fuß gehe (aus Sicherheitsgruenden, nicht aus Faulheit!), dass ich anfangs diese Freiheit gar nicht so recht nutzen konnte. Hat ein bissl gedauert, bis ich mich damit wieder wohl gefuehlt habe. Man wird mit der Zeit schon seltsam in diesem Land.
Weisse Frauen sind hier allerdings immer noch ein sehr, sehr seltener Anblick, und so wurde ich am Markt so sehr bestaunt und es wurde so viel hinter mir hergekichert, dass ich das Gefuehl hatte, dass sich fuer die Waren hier nur noch wenige interessierten.
Die Bewohner von Bougainville sind ethnisch naeher mit den Solomon Islanders als mit den Papua Niuginians verwandt. Hier findet man die schwaerzeste schwarze Hautfarbe der Welt. Es ist am Anfang schon sehr ungewohnt, wenn man in diese wirklich fast pechschwarzen Gesichter schaut. Das Weisse in den Augen tritt noch viel starker hervor, und die weissen Zahene, soferne sie nicht vom Betelnusskauen verschandelt sind, strahlen hervor wie ein Aufblendlicht an einem Lastwagen um Mitternacht. Bougainvillians sind deutlich selbstbewusster und stolzer als die meisten Menschen hier. Und sie sind auch offener und zugaenglicher. Und ausserdem sind sie, meiner Meinung nach, wesentlich huebscher und auch etwas groesser.

Auf dem weiteren Weg haben wir einen kleinen, und wie ich erst spaeter erfaheren habe wegen der immer noch anhaltenden Spannungen nicht ungefaehrlichen Abstecher auf den stillgelegten Flugplatz Aropa gemacht. Unwissentlich habe ich also ein paar ausgesprochen seltene Bilder machen koennen. Wenn ichs gewusst haette, haette ich mir wohl fast in die Hosen gemacht. Ich glaub, der Carsten hatte keine Ahnung, wie gefaehrlich das heatte werden koennen, wenn die Leute, die da die Hand drauf haben, uns erwischt haetten. Glucklicherweise war keine Menschenseele zu sehen.
Schliesslich sind wir dann aber doch heil und unversehrt in Koromira am Gelaende der Berufsschule angekommen, wo Alex wohnt und arbeitet. Seine Freundin Cathy stammt aus diesem Dorf und wird in etwas mehr als einem Jahr mit ihm nach Oesterreich gehen. Man stelle sich das mal vor: sie wird dann in Pflach, in Tirol, in der Naehe von Reutte leben. Sandstrand gegen Bergdorf. Das wird eine harte Nuss werden. Aber sie ist eine ganz Liebe und sehr offen. Ich wuensche den Beiden jedenfalls alles Gute dafuer.

Alex ist Tischler und macht hier den Projektkoordinator fuer das EU-Projekt, das sich den Aufbau und die Weiterentwicklung der Berufssschule zum Ziel gesetzt hat. Ich war sehr beeindruckt, wie gut hier alles laeuft und eingerichtet ist. Alex wird sehr respektiert und ist bei allen beliebt. Er redet perfekt Pidgin, dafuer hat sein Englisch eine starke tirolerische Faerbung.
Die Schueler wohnen ebenfalls auf dem Schulgelaende. Da sie aus allen Gegenden Bougainvilles kommen, waere das auch gar nicht anders moeglich. Manche muessen stunden- und tagelang zu Fuss gehen, um nach hause zu kommen. Die Jungs waren anfangs recht scheu, aber zum Schluss haben sie sogar ein kleines Singsing mit den traditionellen Bambusfloeten fuer mich veranstaltet.
Auf dem Weg konnte ich noch ein kleines hausgemachtes Wasserkraftwerk bestaunen, das ein Dorf mitten im Dschungel tagaus tagein mit Strom versorgt. Das ist ein Standard, von dem Port Moresby mit seinen taeglichen Stromausfaellen nur traeumen kann. Waehrend der Krise, als Bougainville vollkommen von der Aussenwelt abgeschnitten war, haben sich die Bewohner mit viel Erfindungsgabe auf die Situation eingestellt und ausschliesslich mit dem, was sie auf der Insel vorgefunden haben, ihre Infrastruktur aufrecht erhalten. So kam es zu diesen kleinen Hydro-Power-Stations, ausserdem haben sie Treibstoff aus Kokosnussoel erzeugt und viele Naturheilmittel verwendet, weil ja auch keine Medikamente mehr durchgekommen sind.
Als wir schliesslich am Wasserfall angekommen waren, fing eine ziemlich rutschige Kletterpartie an, bei der ich alle Haende voll zu tun hatte, um meine Kamera nicht noch einmal den Wassertod sterben zu lassen und natuerlich, um nicht selber abzurutschen. Die letzte und hoechste Stufe des Wasserfalls konnten wir nicht erklimmen, denn nach der Legende lebt in dem obersten Gumpen ein grosses blaues Etwas, das man nicht stoeren darf, ausser wenn jemand von den Aeltesten vom Dorf dabei ist, der oder die weiss, wie man mit dem Wesen Kontakt aufnimmt. Meine Begleiter haben zur Sicherheit unser Kommen und unser Gehen mit lauter Stimme im hiesigen Tok Ples (Sprache des jeweiligen Dorfes oder der Gegend) kundgetan. So war sichergestellt, dass die Geister oder das Wesen eben nicht gestoert oder verschreckt wurden und uns womoeglich Boeses wollen.
Bis uns endlich kalt wurde und wir patschnass den Abstieg angetreten haben.
Auf dem Heimweg wurde es schnell Dunkel und wir wurden von vielen leuchtenden Augen (Gluehwuermchen) aus dem Wald heraus beobachtet. Das sind nach dem Glauben der Menschen hier (und Cathy ist da keine Ausnahme) Geister, von Verstorbenen oder anderen Wesen, die aus irgendwelchen Gruenden nicht zur Ruhe kommen. Vielleicht auch weil wir sie waehrend unserer Wanderung irgendwann gestoert haben koennten. Da hilft dann auch ein paar Satze im Tok Ples anzuwenden, um sicherzustellen, dass sie nicht als Feuerschweif auf uns zukommen und uns irgendwas antun.
Die Methode hat wiederum gut gewirkt, denn wir sind unbelaestigt und unversehrt zu hause angekommen.
Dort hat ein Fischer mich durch einen geschenkten Fisch von den Vorzuegen, ihn als Freund zu haben, ueberzeugen wollen. Ausserdem haette er, neben einer oesterreichischen Freundin gerne eine Yamaha-Gitarre, eine Digitalkamera und noch ein paar Kleinigkeiten. Ich hab ihm versprochen, sein Bild zu veroeffentlichen, um seine Chancen zu erhoehen. Also an alle Meadels, die noch zu haben sind und gerne was Exotisches haetten. Darf ich vorstellen: Matthias. Kleiner Wermutstropfen: er hat unter den Einheimischen den Ruf ein wenig seltsam zu sein und viel wirres Zeug zu reden.
Schweren Herzens bin ich nach meinen zwei Wochen wieder zureck nach Buka gefahren, nicht ohne noch ein kleines Missgeschick beobachten zu koennen, das bei Papua Niuginians immer grosse Erheiterung ausloest. Ein Traktor, der auf dem Anhaenger drei Maenner befoerderte, hat selbigen beim durchqueren des Flusses verloren.
Zurueck in Buka traf ich mich mit meiner Kollegin Lorena, um einen kurzen Ausflug zum Christmas Island zum Schnorcheln zu machen. Ein Kollege ihres Mannes, der in Buka fuer United Nations abeitet, hat uns dorthin gebracht. Auf der Insel hat er so etwas wie eine Naturperuecke gefunden, von der er sich gar nicht mehr trennen konnte. So sind wir sogar noch zu einer klassischen Gallionsfigur gekommen.
Zwei Tage waren dann noch der Arbeit in der Dioezese Buka gewidmet. Hier ein kleiner Schnappschuss einer Uebung zum Thema Kooperation, auf dem man sehr gut die vielen verschiedenen Hautfarben sieht, die man hier findet.
Die Unterkunft in der Dioezese, das sogenannte Transithaus hatte noch mit so mancher Ueberraschung aufzuwarten: Badezimmer und Toilette dreckig und uebelriechend, Essen unter jeder Kritik und schlussendlich noch irgendwelche Nager in meinem Zimmer, die begonnen haben, Loecher in meinen Koffer und meine Buecher zu fressen. Das war schlussendlich ausschlaggebend, dass ich trotz eines wunderschoenen Aufenthalts in Bougainville, doch gerne wieder nach hause geflogen bin.
Allerdings habe ich hier im Haus jetzt auch eine Maus entdeckt, was den sofortigen Ankauf einer Mausefalle zur Folge hatte. Unerfahren mit solchen Geraeten habe ich mir gleich zweimal den Daumen eingezwickt, der nun um 50% groesser und 100% bunter erstrahlt. Aber es tut nicht mehr weh.
Samstag, 8. September 2007
kurzes Update vor dem Urlaub
wie das eben so ist im „land of the unexpected“, wurde heute mein Flug in den Urlaub nach Bougainville gestrichen. Zum Trost hab ich mich mit einem Freund auf die Terrasse das luxurioesen Airways-Hotels begeben und mir den Bauch beim Lunchbuffet vollgeschlagen. Leckere Sushi, frischer Thunfisch, knackige Salate inklusive Sojabohnensprossen, Asianudeln und Nachspeisenbuffet! Jetzt kann ich mich natuerlich nicht mehr bewegen und sitze daher vor dem Computer um unverhofft meinen Blog mit Neuigkeiten zu fuettern. Heute
Nacht um 2 Uhr heisst es dann aufstehen und zum Flughafen, denn um unchristliche 4:30 soll der naechste Flug in meinen Urlaub angeblich abheben. Mal sehen...
Was gibts nun zu berichten? Tja ich schwanke zwischen sehr viel und sehr wenig. Natuerlich ist staendig irgendwas los, aber irgendwie kommt es mir oft schon so normal vor, dass ich schon gar nicht mehr weiss, ob es berichtenswert ist.
Nacht um 2 Uhr heisst es dann aufstehen und zum Flughafen, denn um unchristliche 4:30 soll der naechste Flug in meinen Urlaub angeblich abheben. Mal sehen...
Was gibts nun zu berichten? Tja ich schwanke zwischen sehr viel und sehr wenig. Natuerlich ist staendig irgendwas los, aber irgendwie kommt es mir oft schon so normal vor, dass ich schon gar nicht mehr weiss, ob es berichtenswert ist.
In Port Moresby haben sich neue Freizeitaktivitaeten aufgetan. Ich bin nun den Bushwalkers beigetreten. Das Rennen im Roadrunners Club hab ich aufgegeben. Die waren mir zu wettbewerbsorientiert. Oder anders gesagt, ich derschnauf es nicht. Mit den Bushwalkers komme ich sehr gut zurecht und zudem gibt es mir das Gefuehl, eine liebe Gewohnheit, das Wandern naemlich, weiterfuehren zu koennen. Also jeden zweiten Sonntag in die Bergschuhe und auf gehts. Da bekommt man auch mal was anderes zu sehen, als wenn man nur dauernd mit den Auto herumfaehrt. Der Anblick auf diesem Foto hat mir allerdings fast das Herz gebrochen. Schliesslich hatte ich auch mal so einen, und es war noch dazu mein allererster!
Die Wanderungen fuehren uns meist durch die umliegenden Doerfer und auf die Huegel (Berge sind es so nahe an Moresby dann doch noch nicht). Das Schwein ist in PNG von hohem Wert. Es ist Zahlungs- und Tauschmittel, wird als Brautpreis verwendet und bei Festen aller Art in rauen Mengen verspeist. Die Viecher laufen frei im Dorf herum, in trauter Eintracht mit den Dorfbewohnern.
Mit den ueblichen Verdaechtigen (sprich der bunten Expat-Gemeinde) tut sich auch immer wieder ein bissl was. Kuerzlich waren wir wieder im Varirata Nationalpark, diesmal aber mit mehr Wandern und weniger Essen, was uns allen ganz gut getan hat. Hier ein Gender-Unbalanced-Beweis: direkt neben mir steht Marion, die junge Franzoesin, mit der ich auch am Sepik war (falls ihr Euch nicht erinnert, das war die Geschichte mit den Krokodilmaennern).
Die Gute ist inzwischen wieder in Frankreich. Die Abschiedsparty war echt super. Bekleidungsvorschriften (Meriblaus fuer Maedchen, Peniskoecher fuer Buben) wurden zwer leider nicht von allen eingehalten, aber einzelne Mutige gab es doch. Hier nur ein Bilddokument, aber ein paar mehr absolut sehenswerte Fotos gibt es auf Marions Fotoalbum. Da koennt ihr zum Beispiel auch sehen, wie ich mit Klebeband den Rhythmus zu alten Gitarrenhadern mache.
http://picasaweb.google.com/marion.allet/PNGGoodbyeParty?authkey=euE5VXJbBaI
Zwischendurch war ich auch mal wieder unterwegs, im Hochland diesmal. Ein dreitaegiger Workshop mit dem Family Life Apostolate hat mich nach Goroka in ein pastorales Konferenzzentrum gefuehrt, das auch als „Sommerfrische“ fuer die frommen Brueder, Schwestern und Patres dient. Sehr idyllisch, und ein angenehmes Klima wie bei uns in einem warmen Fruehling.
Dementsprechend ist auch das Angebot auf dem Markt ein reichhaltigeres als in POM. An diesem Vormittag hat es zuvor geregnet, was den Besuch des Marktes zu einem gefaehrlich rutschigen Abenteuer gemacht hat. Und in dem Gatsch will nun wirklich niemand landen. Konnte diesen Test aber unfallfrei bestehen und hab mich ordentlich mit frischen Gemuese eingedeckt.
Und dann hab ich noch was anderes erstanden, das hoffentlich demnaechst bei meinen Toechtern in Graz eintreffen wird. Die Ware dieses Herrn im Bild sollte mit Father Luke, dem Direktor des Catechetical Liturgical Institute (fragts mich bitte nicht, was die machen), Ende September nach Oesterreich reisen. Wenn das tatsaechlich klappt, wird es fuer meine Maedels die erste Begenung mit einem waschechten Papua Niugini werden. Bin schon gespannt, was sie sagen werden...
Das Highlight des August war aber eindeutig mein erster Besuch in einem Settlement, hier in Port Moresby. Settlement ist hier der Ausdruck fuer wild wuchernde, ziemlich unkontrolliert entstehende Viertel, in denen sich Leute ansiedeln, die vom Land in die Stadt kommen, um hier Geld zu verdienen, sich aber die horrenden Mieten in POM nicht leisten koennen.
Eigentlich duerfte ich da ja aus Sicherheitsgruenden nicht hineingehen, aber in diesem Fall war das was anderes.
Vor kurzem habe ich naemlich einen neuen Wantok, also auch einen Oesterreicher, kennengelernt, der hier mit seiner Familie lebt und arbeitet. Chris und Tine betreiben ein Projekt fuer die Kinder im Settlement, die nicht zur Schule gehen. Und daher sind sie natuerlich dort bestens bekannt und koennen sich auch sicher bewegen. Angefangen hat die Geschichte mit einem Ueberfall auf Chris, waehrend dessen er sich mit dem Bandenfuehrer anfreunden konnte, fast alle seine Sachen wiederbekommen hat und nun unter dessen Schutz steht. Allerdings nur fuer diesen bestimmten Bereich des Settlements.
Prostitution und einiges mehr. Das Ganze hat mir sehr gut gefallen und ich denke mittlerweile zusammen mit dem Erzbischof von Port Moresby (den kennt ihr auch schon von den Fotos seiner Installation) ueber ein Strassenkinderprojekt nach. Kann sein, dass ihr davon auf diesem Blog spaeter auch noch mehr erfahren werdet. Ich hoffe, es wird was. Schaut gar nicht schlecht aus.
Mittwoch, 5. September 2007
bin im Urlaub

Liebe Leute,
in der Zeit vom 8. bis zum 26. September werde ich keinen Zugang zu Strom, Telefon oder Internet haben. Ich werde mich in meinem Urlaub auf die schoene Insel Bougainville zurueckziehen. Darum erst mal keine Neuigkeiten am Blog fuer eine Weile. Natuerlich ist auch Email und Skype fuer diese Zeit nicht moeglich. Aber sobald ich zurueck bin, werd ich euch wieder ueber meine Erlebnisse berichten.
Bleibt mir gewogen!
Valerie
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