Als ich vor mehr als 2 Jahren nach Papua Neuguinea gereist bin, hatte ich noch keine Ahnung, dass ich von dort auf fast direktem Wege den Kontinent besuchen werde, den ich bisher als einzigen in meinem Leben noch nicht betreten hatte. Und jetzt hat er mich schon voll in seinen Bann gezogen. Voller Widersprüche, Reichtum neben Armut, Schönheit neben Abstoßendem, Herzlichkeit neben Aggression, finde ich mich in einer anderen Welt, die mir in einem Moment so vertraut erscheint, um im nächsten Augenblick schon wieder vollkommen fremd und unverständlich zu werden.
Ich weiß, man sollte nicht dauernd Vergleiche anstellen, aber ganz unwillkürlich drängen sich mir Parallelen und Unterschiede zu Papua Neuguinea auf. Ich hoffe, dass ich mich bald von diesen Vergleichen lösen können werde, aber im Moment sind sie mir noch eine Hilfe, um, mehr mich selbst als meine Erlebnisse hier, irgendwo einordnen zu können. Natürlich gibt es so etwas wie „Afrika“ als etwas Einheitliches, das man generell beschreiben könnte, nicht. Dieses Licht ist mir auch schon aufgegangen. Schon meine Eindrücke von Dakar, Senegal sind total verschieden von jenen in Lomé, Togo. Und das was man in Europa durch die Medien von Afrika zu sehen und zu hören bekommt, ist so etwas von nicht repräsentativ, dass es schon fast weh tut.
Doch eins nach dem Anderen. Begonnen hat meine Reise mit einem zweiwöchigen Aufenthalt in Dakar, der Hauptstadt des Senegal, um am Institut Francais mein Französisch nach 25 jähriger Brache wieder in die Gänge bzw. auf meine Zunge zu kriegen. Außerdem hatte dieser Zwischenstop den Vorteil, dass ich mich diesem Kontinent in Etappen nähern konnte, zumindest klimatisch betrachtet, denn Dakar hat um diese Jahreszeit ein angenehmes, in etwa einem warmen, aber nicht allzu heißen österreichischen Sommer entsprechendes Klima mit Temperaturen zwischen 20 und 27 Grad.
Das einzig Unangenehme in Dakar ist der Flughafen, wo man nach Ankunft sofort von einem Haufen Männern bedrängt wird, und man ist sich die ganze Zeit nicht im Klaren, ob sie einem das Gepäck klauen oder tragen helfen wollen. Aber sicher ist, dass sie sich davon Geld versprechen.