Urspruenglich wollte ich meinen Urlaub ja in Australien verbringen. Aber leider ist das Immigration Office in eine Art Dornroeschenschlaf gefallen und seit einem halben Jahr werden kaum noch Visa und Work Permits ausgestellt. Nun liegt mein Reisepass also bei meinem Chef in Mount Hagen und ich kann nicht ausreisen, weil die Verlaengerung meines Arbeitsvisums einfach nicht erledigt wird. Oder genauer gesagt, ich koennte zwar ausreisen, aber moeglicherweise nicht mehr einreisen. Nun ja, so habe ich eben beschlossen, den Urlaub gleich in Bougainville zu verbringen, wo ich ohnehin dienstlich hinreisen musste. Das war natuerlich insofern eine praktische Angelegenheit, weil dort gleich vier Kollegen von mir arbeiten. Einer davon scheidet zwar als Gastgeber grundsatzlich aus (manche werden sich vielleicht noch an einen gewissen Mario erinnern), aber die anderen drei haben sich sehr lieb um mich gekuemmert.
Zu Bougainville muss ich ein wenig ausholen: die autonome Region Bougainville gehoert zwar zum Staatsgebiet von Papua Neuguinea, hat aber seit der Beendigung des zehn Jahre andauernden Buergerkriegs einen Sonderstatus. Zehn Jahre nach Beendigung der Kaempfe ist immer noch eine gute Portion Spannung vorhanden. Die Infrastruktur auf der Insel ist fast voellig zerstoert. Fuer Touristen kein einfaches Terrain, aber da ich ja meine Leute dort habe (Carsten in Arawa und Alex in Koromira) war alles kein Problem. Fuer die desolaten Strassen, kein Telefon, keine öffentliche Stromversorgung, kaum Waren in den Geschaeften, kaum Uebernachtungsmoeglichkeiten, usw. entschaedigt allerdings eine Naturschoenheit, die wie das Best-of von ganz PNG anmutet.Wer sich, wie ich empfehle, noch ein wenig genauer mit Bougainville auseinandersetzen will, besonders in Bezug auf die politische Geschichte, kann zum Beispiel hier anfangen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Bougainville
Sonntag, 30. September 2007
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